{"id":157,"date":"2015-08-22T09:54:02","date_gmt":"2015-08-22T07:54:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/?page_id=157"},"modified":"2024-07-23T11:31:47","modified_gmt":"2024-07-23T09:31:47","slug":"foucault-die-viktorianer-und-wir","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/?page_id=157","title":{"rendered":"Foucault, die Viktorianer und Wir"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Selbstgestaltung und Experimentierfreudigkeit im Berg- und Trendsport<\/strong><\/h2>\n<h3 style=\"font-weight: 400;\"><strong>In: Alpenvereinsjahrbuch BERG 2016.<br \/>\nHg. DAV (M\u00fcnchen), \u00d6AV (Innsbruck), Alpenverein S\u00fcdtirol (Bozen).<\/strong><\/h3>\n<p>Michel Foucault, der gro\u00dfe franz\u00f6sische Philosoph (1926-1984), zeigt auf, wie Machtmechanismen in modernen Gesellschaften funktionieren, wie sie am K\u00f6rper andocken, indem sie Zeit und Raum verregeln. Er zeigt aber auch auf, wo und wie wir Freir\u00e4ume zur Selbstgestaltung finden, und wie wir diese im allt\u00e4glichen Leben als auch in unserer Freizeit nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><u>Der dressierte Mensch<br \/>\n<\/u>Jeder kennt sie aus Schule oder B\u00fcro, jene Mechanismen der Macht, die allt\u00e4glich auf uns und unseren K\u00f6rper einwirken, und dennoch keinem auffallen, weil sie v\u00f6llig normal<br \/>\nerscheinen: Um eine bestimmte Uhrzeit aufstehen, fr\u00fchst\u00fccken, ins B\u00fcro, dort sitzen bis der R\u00fccken sich verspannt, freies Herumh\u00fcpfen, lautes Schreien und unorthodoxes Bewegen sind unerw\u00fcnscht, der Stau am Nachhauseweg, , fr\u00fch ins Bett, und morgen geht es weiter im gleichen Zeittakt. Ab 50 zur Kur, weil der K\u00f6rper des ewigen Eingepfercht-Werdens m\u00fcde geworden ist.<\/p>\n<p>Auch die sogenannte Globalisierung \u00e4ndert wenig daran, au\u00dfer dass die klassischen B\u00fcror\u00e4ume durch An- und Abflughallen und Seminarr\u00e4ume in flughafennahen Konferenzhotels ersetzt werden. Marc Aug\u00e9<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref\">[1]<\/a> bezeichnet diese R\u00e4ume als Nicht-Orte, weil sie \u00fcber keine eigene Geschichte und keine individuelle Atmosph\u00e4re verf\u00fcgen und austauschbar sind. Doha oder D\u00fcsseldorf? Letztlich scheint es egal zu sein.\u00a0Die R\u00e4ume \u00e4hneln sich, die Zeitstrukturen auch, die K\u00f6rper parieren \u00fcberall gleich, und dass das alles nicht so sein muss wie es ist, f\u00e4llt nur mehr Reisenden in fremde, nicht-westliche Kulturen auf.<\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlichen Verfremdungseffekt nutzt Foucault, wenn er die Entstehungsgeschichte unserer heutigen Zeit- und Raumstrukturen im 18. und 19. Jahrhundert am Beispiel des Gef\u00e4ngnisses aufzeigt und dabei klar macht, auf welche Art und Weise der K\u00f6rper dabei zur Zielscheibe institutioneller Machtaus\u00fcbung wurde<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref\">[2]<\/a>: Wurde bis 1750 der K\u00f6rper von Straft\u00e4tern noch \u00f6ffentlich gemartert, gefoltert, verbrannt und zerst\u00fcckelt und die Qualen und Schmerzen der Sterbenden in einer Art Spektakel der Allgemeinheit zur Schau gestellt, und mussten Zuchth\u00e4usler bis rund 1800 mit Eisenkugeln an den F\u00fc\u00dfen und unter dem Spott der Leute in der \u00d6ffentlichkeit niedere Arbeiten verrichten, so ver\u00e4nderte sich die Praxis der Bestrafung danach fundamental. Die Delinquenten wurden in mit Mauern umschlossenen Geb\u00e4uden weggesperrt, dort in eng begrenzten R\u00e4ume eingeschlossen und damit \u00f6ffentlich unsichtbar gemacht, gleichzeitig wurde ihnen ein rigider Zeitplan vorgegeben: Nach dem Morgengebet folgte das Bett machen, danach die Arbeit, das Essen, die Schule am Nachmittag sowie die Erholung im Hof. Den Sch\u00fclern in den Internaten, den Arbeitern in den Werkst\u00e4tten und den Kranken in den Krankenh\u00e4usern erging es nicht wesentlich anders, denn diese Techniken der Disziplinierung bildeten die Grundlage s\u00e4mtlichermoderner Institutionen.<\/p>\n<div id=\"attachment_276\" style=\"width: 292px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Foucault-5.jpeg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-276\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-276\" src=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Foucault-5-300x291.jpeg\" alt=\"Foucault 5\" width=\"282\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Foucault-5-300x291.jpeg 300w, https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Foucault-5-1024x994.jpeg 1024w, https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Foucault-5.jpeg 1103w\" sizes=\"(max-width: 282px) 100vw, 282px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-276\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Michel Foucault: \u00dcberwachen &amp; Strafen<\/p><\/div>\n<p>Wie massiv diese \u201eMikrophysik der Macht\u201c den K\u00f6rper formte und bis in die kleinste Geste hinein wirkte, zeigt Foucault am Beispiel des Soldaten auf: \u201eSchritt f\u00fcr Schritt hat man die Haltungen zurecht gerichtet bis ein kalkulierter Zwang jeden K\u00f6rperteil durchzieht und die Automatik der Gewohnheiten durchsetzte.\u201c Man machte aus den Bauerns\u00f6hnen eine Armee, indem man die Rekruten daran gew\u00f6hnte \u201eden Kopf gerade und hoch zu halten, sich aufrecht zu halten, ohne den R\u00fccken zu kr\u00fcmmen, den Bauch und die Brust vorspringen zu lassen und den R\u00fccken einzuziehen,&#8230; unbeweglich zu bleiben und auf den Befehl zu warten, ohne den Kopf, die H\u00e4nde oder F\u00fc\u00dfe, zu r\u00fchren &#8230; und schlie\u00dflich mit festem Schritt zu marschieren, das Knie und die Kniekehle gestrafft, die Fu\u00dfspitze gesenkt und nach au\u00dfen gekehrt.\u201c<\/p>\n<p>In weniger massiver Form bildete diese \u201eMikrophysik der Macht\u201c auch die Grundlage des modernen Sports. Seine Anf\u00e4nge hatte dieser Mitte des 19. Jahrhunderts in den Internaten der englischen Oberschicht, wo er zur Kontrolle und Disziplinierung m\u00e4nnlicher Jugendlicher eingesetzt wurde. Auf dem Sportgel\u00e4nde konnten diese m\u00fchelos \u00fcberwacht werden, wurden kostensparend besch\u00e4ftigt und bauten gleichzeitig ihre Aggressionen ab.<\/p>\n<p>Der moderne Sport stellt \u201eeine Art und Weise dar, vom K\u00f6rper die Zustimmung zu erhalten, die der Geist verweigern k\u00f6nnte\u201c (Bourdieu<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref\">[3]<\/a>), daher r\u00e4umt er den Techniken der k\u00f6rperlichen Disziplinierung einen gro\u00dfen Rang ein, wozu vor allem autorit\u00e4re Regime den Sport benutzen. Der Drill ist heute noch Grundelement des Hochleistungssports, er formt die K\u00f6rper der Athleten zu unterschiedlichen \u201eIdealtypen\u201c und f\u00fchrt die Disziplinierungsma\u00dfnahmen auch \u201egegen den K\u00f6rper\u201c durch.<\/p>\n<p><u>Die Viktorianer in den Alpen<br \/>\n<\/u>Fr\u00fche Aussteiger aus den rigiden Zeit- und Raumkorsetten der Moderne waren die viktorianischen Bergsteiger. Englische Adelige und Mitglieder des gerade aufsteigenden B\u00fcrgertums, welche die schon fr\u00fch industrialisierten und verschmutzen St\u00e4dte verlie\u00dfen, ausgestattet mit Geld, Forschungsdrang und Erkundungslust.<\/p>\n<div id=\"attachment_42\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/170px-Leslie_Stephen_with_guide_Melchior_Anderegg_c._1870.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-42\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-42 size-full\" src=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/170px-Leslie_Stephen_with_guide_Melchior_Anderegg_c._1870.jpg\" alt=\"170px-Leslie_Stephen_with_guide_Melchior_Anderegg,_c._1870\" width=\"170\" height=\"264\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-42\" class=\"wp-caption-text\">Leslie Stephens mit dem Bergf\u00fchrer Melchior Anderegg<\/p><\/div>\n<p>Durch die Kolonien oder das Erbe zu Reichtum gekommen, konnten diese Freigeister und Privatiers es sich leisten, weitschweifige Expeditionen und Abenteuer zu unternehmen, wie Charles Darwin, der auf der Suche nach allerlei neuen Tier- und Pflanzenarten die Welt bereiste. Andere machten sich Mitte des 19. Jahrhunderts auf, um die bis dahin nahezu unerforschten Alpengegenden zu erkunden und diese zu ihrem \u201eSpielplatz\u201c &#8211; dem <em>playground of europe<\/em> &#8211; zu machen, wie Leslie Stephens, Mitbegr\u00fcnder des British Alpine Clubs und Vater von Virginia Woolf, die Alpen bezeichnete. Ausgebildet in englischen Elite-Internaten und schon fr\u00fch mit dem dort herrschenden Sportsgeist konfrontiert, ging es den <em>british sportsmen<\/em> zu Beginn trotzdem weniger darum, die Berge zu besteigen, sondern vielmehr darum, sie zu durchstreifen. Das viktorianische Bergsteigen war eine \u201eetwas spezielle Form der Erkundungst\u00e4tigkeit und des Reisens. Ein Viktorianer besteigt die Berge weniger als er sie durchstreift und sie entdeckt.\u201c (Veyne<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref\">[4]<\/a>)<\/p>\n<p>Der Viktorianer war das Gegenteil des modernen Bergsportlers, der schwitzend und schnaufend seinem Ziel entgegenhechelt. Veyne beschreibt ihn als einen \u201eGentlemen, der im Gebirge <em>aufrecht<\/em> dahin schreitet<em>. &#8230; <\/em>Er ist ein trittsicherer Geher, was als vornehm gilt, und er hat Mut, was als ehrenhaft angesehen wird. &#8230; Der Betreffende wird dann einfach auf Schnee- und Eish\u00e4ngen w\u00fcrdevoll dahin schreiten \u2013 mit dem kleinen Unterschied, dass diese \u201eH\u00e4nge\u201c eher abgemilderte senkrechte W\u00e4nde sind.\u201c<\/p>\n<p>Verrenkungen waren mit der W\u00fcrde eines viktorianischen Alpinisten nicht zu vereinbaren, daher lie\u00df er sich von seinem F\u00fchrer Stufen ins Eis hacken und stieg diese dann erhobenen Hauptes empor. Der F\u00fchrer trug seinen Pickel oder Gehstock, wenn er ihn unterwegs nicht ben\u00f6tigte, weil es sich f\u00fcr einen Herrn nicht geh\u00f6rte, selbst etwas zu schleppen. Ebenso unvorstellbar wie selbst den Haushalt zu f\u00fchren, w\u00e4re es f\u00fcr einen Viktorianer gewesen, ohne F\u00fchrer aufzubrechen, denn zu einem echten Herrn geh\u00f6rte immer auch ein Diener.<\/p>\n<div id=\"attachment_277\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-277\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-277 \" src=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/E.T.Compton-150x150.jpeg\" alt=\"E.T.Compton\" width=\"170\" height=\"170\" \/><p id=\"caption-attachment-277\" class=\"wp-caption-text\">Bild von E.T. Compton, britischer Maler und Bergsteiger<\/p><\/div>\n<p>Diese Form des Bergsteigens mutet heute anachronistisch an und Sozialkritik als auch feministische Kritik daran sind durchaus berechtigt. Doch sie darauf reduzieren oder in ihr nur eine \u201eFlucht\u201c aus der Zivilisation sehen zu wollen, w\u00e4re h\u00f6chst unzureichend. Das<br \/>\nviktorianische Bergsteigen kann als eine spezielle Kulturtechnik betrachtet werden, die in Vergessenheit geriet und wieder neu belebt werden sollte: Denn was spricht dagegen, sich Zeit zum \u201eaufrechten\u201c Berg-Gehen zu nehmen, um zu erkunden und entdecken, um P\u00e4sse und T\u00e4ler kennen zu lernen, um in Landschaften einzutauchen, anstatt in der Gipfelbesteigung das alleinige Ziel zu sehen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus l\u00e4sst sich das viktorianische Bergsteigen als eine <em>selbsttechnologische Subjektivierungspraxis<\/em> (Alkemeyer<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref\">[5]<\/a>) begreifen, eine Form, in welcher die Akteure auf sich selbst einwirkten, um sich mit ihrem Tun zu formen und zu gestalten und damit den gesellschaftlichen Disziplinierungsmechanismen etwas entgegen zu halten.<\/p>\n<p>Reinhold Messner bringt dies auf den Punkt, wenn er sagt: \u201eIch bin, was ich tue\u201c. So \u00e4hnlich sehen das auch die jungen coolen Typen und Typinnen, die Parcours betreiben, Capuera tanzen oder mit ihren Boards oder R\u00e4dern die irrsten Spr\u00fcnge und Drehungen vollf\u00fchren &#8211; sie sind, was sie tun. Auf den ersten Blick scheint es, als h\u00e4tten sie mit den Viktorianern wenig gemeinsam, doch wie jene suchen sie sich Freir\u00e4ume, um mit ihren k\u00f6rperlichen M\u00f6glichkeiten zu experimentieren, neue Erlebnisse zu finden, sich dabei auszuprobieren und damit selbst zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><u>Die Kunst der Selbstgestaltung<br \/>\n<\/u>Doch dazu sp\u00e4ter mehr und vorerst wieder zur\u00fcck zu Foucault. Dieser untersuchte nicht nur die Macht, die am K\u00f6rper ansetzt, sondern auch die Selbstgestaltungsm\u00f6glichkeiten des Einzelnen und damit die M\u00f6glichkeiten, den institutionalisierten Machtformen Widerstand zu leisten. Um diese \u201eTechnologien des Selbst\u201c analysieren zu k\u00f6nnen, ging er in der Geschichte weit zur\u00fcck, bis in die griechisch-r\u00f6mische Antike und las Texte von Sokrates, \u00fcber Seneca bis Marc Aurel neu, das hei\u00dft mit dem Fokus auf selbstechnologische Praktiken.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Foucault begann, wie er es selbst ausdr\u00fcckte, mit der \u201eEntschl\u00fcsselung jener Praktiken, durch <em>die Individuen aus eigener Kraft oder mit Hilfe anderer auf ihren K\u00f6rper, ihre Seele, ihr Denken, ihr Verhalten und ihre Existenzweise einwirken<\/em>, <em>um sich selbst zu ver\u00e4ndern<\/em> und einen Zustand der Vollkommenheit oder des <em>Gl\u00fccks<\/em> zu erlangen.\u201c<\/p>\n<p>Die sokratische Vorschrift auf \u201esich selbst zu achten\u201c, die \u201eSorge um sich selbst zu tragen\u201c, \u201esich um sich selbst zu k\u00fcmmern\u201c \u2013 die <em>epim\u00e9leia heauto\u00fb <\/em>oder<em> cura sui<\/em> \u2013 galt als ganz gro\u00dfes Thema der griechisch-r\u00f6mischen Kultur. Daraus resultierte die ethische Grundfrage, die sich jeder Einzelne stellen musste: <em>Welche techne &#8211; welche Kunstfertigkeit &#8211; muss ich gebrauchen, um so gut zu leben, wie ich es sollte? <\/em><\/p>\n<p>Der Feldherr Kyros beispielweise glaubte nicht, dass nach all seinen Eroberungen seine Existenz vollendet sei, denn \u201ewenn gro\u00dfe Erfolge einen nicht zu sich selbst kommen lassen, so mag ich von diesem Gl\u00fccke nichts wissen.\u201c Die <em>Sorge um Sich<\/em> war demnach zentraler Bestandteil einer allgemeinen Lebenskunst und konnte nicht durch \u00e4u\u00dfere Erfolge oder Reicht\u00fcmer aufgewogen werden.<\/p>\n<p>Wie sahen nun die antiken Selbstsorgepraktiken konkret aus? Im Zentrum stand der Einklang zwischen Seele und K\u00f6rper: Auf die Seele wurde geachtet durch t\u00e4gliche Meditationen, Reflexionen und Lekt\u00fcren, durch Gespr\u00e4che mit Vertrauten und dem \u00dcberdenken gewohnter Wahrheiten. Auf den K\u00f6rper mittels ausgewogener k\u00f6rperlicher \u00dcbungen, ma\u00dfvoller Ern\u00e4hrung, dem Vermeiden von Exzessen und dem Halten von Di\u00e4ten. Es galt eine vern\u00fcnftige Existenz, aufbauend auf einer t\u00e4glichen \u201eGesundheitspraxis\u201c zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die antiken Selbsttechniken waren keine \u00dcbung in Einsamkeit, sondern eine gesellschaftliche Praxis, f\u00fcr die es Zeit bedufte. Seneca meinte, man m\u00fcsse sich frei machen von anderen T\u00e4tigkeiten, um \u201esich selbst zu machen\u201c, \u201esich selbst umzubilden\u201c, daher solle man von Zeit zu Zeit die Gesch\u00e4fte unterbrechen und sich zur\u00fcckziehen. Es ginge darum, so Seneca, sein \u201eganzes Leben lang leben zu lernen\u201c und damit die Existenz in eine Art permanente \u00dcbung zu verwandeln. Denn die \u201eSorge um Sich\u201c erforderte best\u00e4ndige Selbstdisziplin und unterschiedliche Formen der Askese. <em>\u00e1skesis<\/em> bedeutete im klassischen Griechischen soviel wie \u201e\u00dcbung\u201c, \u201eTraining\u201c, Seele und K\u00f6rper sollten durch die Askesen geformt und gestaltet werden.<\/p>\n<p>Den Gedanken, dem Leben durch lange \u00dcbung und t\u00e4gliche Arbeit einen besonderen Stil zu geben, finden wir im ausgehenden 19. Jahrhundert beim Altphilologen Nietzsche, der bekannterma\u00dfen auch ein begeisterer Geher war, wieder. Und Foucault, wiederum selbst Nietzsche-Kenner, bezog dies folgenderma\u00dfen auf sein eigenes Leben: \u201eIch halte es nicht f\u00fcr erforderlich, genau zu wissen, was ich bin. Das Wichtigste im Leben und in der Arbeit ist, <em>etwas zu werden, das man am Anfang nicht war<\/em>.\u201c<\/p>\n<p><u>\u201eIch bin, was ich tue\u201c<br \/>\n<\/u>Sich Zeit zu nehmen, um sich selbst umzubilden und sich selbst zu gestalten; \u00fcben, um dadurch dem Leben einen Stil zu geben; sich frei zu machen von anderen T\u00e4tigkeiten, um etwas zu werden, das man am Anfang nicht war \u2013 all das ist charakteristisch f\u00fcr die jungen Trendsportler und Trendsportlerinnen.<\/p>\n<p>Den akrobatischen Spr\u00fcngen der Skateboarder in der Halfpipe und der Freerider am Snowboard, den artistischen Drehungen der Capuera-T\u00e4nzer, den gewagten Spr\u00fcngen der Base-Jumper, den spektakul\u00e4ren Drehungen der Paraglider sieht man an, dass sie das<br \/>\nResultat von <em>Arbeit am Selbst<\/em> basierend auf stetiger \u00dcbung sind. Doch anders als klassische Sportler versuchen die Trendsportler nicht, vorgegebene und standardisierte Bewegungsmuster m\u00f6glichst pr\u00e4zise zu wiederholen, ganz im Gegenteil, es geht ihnen darum neue Bewegungen zu kreieren, mit ungew\u00f6hnlichen K\u00f6rperlagen zu experimentieren und akrobatische K\u00f6rpereins\u00e4tze auszuprobieren. Damit verbunden sind neue Erfahrungen: das Schwingen auf den Boards, das Gleiten mit den Schirmen, das Gef\u00fchl von Dynamik und Eleganz beim Ausf\u00fchren schwieriger <em>Moves<\/em>, das Erlebnis des freien Falls.<\/p>\n<p>Auch im Bergsportbereich l\u00e4sst sich die Zunahme experimenteller und akrobatischer Bewegungen beobachten, vor allem im Bereich des Boulderns, doch auch im Sportkletterbereich werden die Bewegungsfolgen dynamischer und l\u00f6sen die alltagsnahen Steigbewegungen der klassischen 3-Punkt-Technik nahezu v\u00f6llig ab.<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist Chris Sharmas Begehung der Route \u201eDreamcather\u201c, festgehalten in einem Video<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref\">[7]<\/a>. Hier sieht man wie der amerikanischen Spitzenkletterer versucht, sich ein fast horizontales Felsband entlang zu hangeln, wie er zun\u00e4chst scheitert, alternative M\u00f6glichkeiten ausprobiert, und wie er es schlie\u00dflich schafft von einem Griff zum n\u00e4chsten zu schnappen, dabei den K\u00f6rper wie ein Pendel schwingend und zwischendurch nur kurz mit Foothooks fixierend.<\/p>\n<div id=\"attachment_155\" style=\"width: 401px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/dreamcather.jpeg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-155\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-155\" src=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/dreamcather.jpeg\" alt=\"dreamcather\" width=\"391\" height=\"260\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-155\" class=\"wp-caption-text\">Chris Sharma in der Route &#8222;Dreamcather&#8220;<\/p><\/div>\n<p>In dieser motorischen Experimentierfreude zeigt sich ein k\u00f6rperlicher Selbstformungsprozess, der charakteristisch ist f\u00fcr Trendsportarten: Vorgegebenes und Mitgebrachtes wird abgesch\u00fcttelt, die K\u00f6rpereins\u00e4tze werden neu und anders gestaltet.\u00a0Der moderne Trendsporter stellt das nahezu vollst\u00e4ndige Gegenteil des dressierten Soldaten dar, er findet die Perfektion nicht im Anerzogenen, sondern in der Losl\u00f6sung davon, an die Stelle der Formung von au\u00dfen tritt die Selbstformung. Die meisten Trendsportler lehnen klassischen Vereinstrukturen daher ab, weil sie diese mit Zwang, Regeln und Einschr\u00e4nkung verbinden, sie wollen ihre <em>moves <\/em>selbst gestalten und ihre Ziele selbst festlegen.<\/p>\n<p>Und sie beschr\u00e4nken sich dabei keinesfalls auf die Irritation des k\u00f6rperlich Gewohnten. Die experimentierfreudigen Praktiken entsprechen der experimentellen Weise der Erprobung neuer <em>lifestyles<\/em>, die ihren Ausdruck in den weiten Hosen, den coolen Kappen, den Tattoos, den speziellen Boards, Mountainbikes oder GMX-R\u00e4dern und der dazu passenden Musik finden. Dies mag auf den ersten Blick oberfl\u00e4chlich erscheinen, doch dahinter steht die Grundfrage antiker Selbstsorgetechniken: Welche Techne muss ich gebrauchen, um so gut zu leben, wie ich es sollte? Was macht f\u00fcr mich eine \u201egelungene\u201c oder \u201egl\u00fcckliche\u201c Existenz aus?<\/p>\n<div id=\"attachment_279\" style=\"width: 147px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Sharma-protr\u00e4t.jpeg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-279\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-279 \" src=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Sharma-protr\u00e4t.jpeg\" alt=\"Sharma protr\u00e4t\" width=\"137\" height=\"137\" srcset=\"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Sharma-protr\u00e4t.jpeg 160w, https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Sharma-protr\u00e4t-150x150.jpeg 150w\" sizes=\"(max-width: 137px) 100vw, 137px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-279\" class=\"wp-caption-text\">Chris Sharma<\/p><\/div>\n<p>F\u00fcr Sharma macht das gelingende Leben aus, dass er kletternd rund um die Welt reisen kann, er beschreibt seinen <em>way of life<\/em> so: \u201eFor the last ten years I\u00b4ve been travelling around the world, visiting the most amazing places for climbing, I feel really fortunate having this life, I get to do what I loved to do. &#8230; I\u00b4m so comfortable just beeing on the road, travelling from one place to the next, I really try on that kind of lifestyle.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref\">[8]<br \/>\n<\/a><br \/>\nSharma betont, wie wichtig es ihm sei, selbst entscheiden zu k\u00f6nnen, welche Touren er klettere, wann und wo er dies tue und wie viel Zeit er sich daf\u00fcr nehme. Dieses Lebensgef\u00fchl hat im Sportklettern Tradition, da seine Wurzeln in den gegenkulturellen Bewegungen der 70er Jahren des 20. Jahrhunderts liegen: Studentenrevolten, Woodstock, Friedens- \u00d6ko- und Frauenbewegung, allen gemeinsam war die praktische \u201eWiederentdeckung\u201c der Selbsttechniken, Normen und Konventionen wurde der Kampf angesagt und neue Lebensformen gesucht. Dies dr\u00fcckte sich aus in l\u00e4ssiger Kleidung, langen Haaren und einem Leben im Campingbus, fernab des h\u00e4uslichen Alltags.<\/p>\n<p>Auch der junge Reinhold Messner repr\u00e4sentierte den Zeitgeist, wenn er die Techniken der Disziplinierung kritisierte und diesen das Bergsteigen als selbsttechnologische Praxis entgegenhielt: \u201eUhren, Flie\u00dfband, Schreibtisch. Das ist der K\u00e4fig, den das Industriezeitalter gebaut hat, und in dem wir leben. Industriezeitalter. &#8211; Es hat auch die M\u00f6glichkeit geschaffen, aus diesem K\u00e4fig auszubrechen, ab und zu wenigstens.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Im Unterschied zu den 70er Jahren haben die Lebensstile der Trendsportler den Protestcharakter verloren, die unterschiedlichen Sportszenen sind nicht mehr Gegenwelten f\u00fcr Aussteiger, sondern vielmehr Sonderwelten mit je eigenem <em>lifestyle<\/em>. Die kreativ-artistischen und riskanten Bewegungsformen entsprechen dabei dem Umgang mit dem Selbst: Die Bewegungen sind Experimente und auch ein <em>anderer zu werden<\/em> ist ein Experiment.<\/p>\n<p><u>Selbsttechniken soft<br \/>\n<\/u>Nun m\u00fcssen die \u201eTechnologien des Selbst\u201c nicht immer so artistischen und spektakul\u00e4ren Charakter haben wie in den Trendsportaten, auch mittels <em>softer <\/em>Praktiken kann man auf sich einwirken und damit der Einspannung des K\u00f6rpers in die \u201eDisziplinargesellschaft\u201c etwas entgegenhalten.<\/p>\n<div id=\"attachment_100\" style=\"width: 382px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Teil-3.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-100\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-100\" src=\"http:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Teil-3-300x201.jpg\" alt=\"Teil 3\" width=\"372\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Teil-3-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Teil-3-1024x686.jpg 1024w, https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Teil-3.jpg 1840w\" sizes=\"(max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-100\" class=\"wp-caption-text\">Archiv Waltraud Krainz<\/p><\/div>\n<p>Dies geschieht beispielsweise in momentan boomenden Praktiken wie Nordic Walking, Weitwandern, Klettersteig-Gehen, Hallenklettern oder Schitourengehen. Kennzeichnend f\u00fcr diese Praktiken ist, dass die Akteure selbst festlegen, welche Ziele sie erreichen und welche Herausforderungen sie bew\u00e4ltigen m\u00f6chten, und dass sie selbst bestimmen mit welchen Partnern sie dies wann und wo tun. Wahlweise nutzen sie daf\u00fcr die Angebote alpiner Vereine und kommerzieller Anbieter, jedoch ohne damit zwangsl\u00e4ufig eine fixe Mitgliedschaft zu verbinden. Selbsttechnologische Praktiken schlie\u00dfen Leistungsorientierung nicht aus, jedoch stellt Leistung nur ein Motiv unter vielen m\u00f6glichen \u2013 wie Fitness, Gesundheit, Naturerleben, Entspannung &#8230; \u2013 dar. Dieser Zugang spricht auch Personengruppen an, die sowohl im klassischen Vereins- und Wettkampfsports, als auch in den Trendsportarten unterrepr\u00e4sentiert sind: weibliche Jugendliche, Frauen, M\u00e4nnern \u00fcber Vierzig und Seniorinnen und Senioren.<\/p>\n<p>Letztlich liegt es an jedem einzelnen und jeder einzelnen herauszufinden, wo und wie man sich selbst gestalten kann. Wo docken die Disziplinierungstechniken an, und vice versa, wo liegen die Freir\u00e4ume? Denn f\u00fcr die Selbstsorge bedarf es nicht nur der <em>\u00e1skesis,<\/em> der steten \u00dcbung, sondern auch des Raumes und der Zeit. Es geht darum, sich frei zu machen von Zw\u00e4ngen, und K\u00f6rper und Seele zu formen, egal ob beim Klettern in der Halle oder beim viktorianisch inspirierten Erkunden von Gegenden. Es geht um die Frage nach dem gelingenden Leben und darum, sich selbst zu ver\u00e4ndern und<em> etwas zu werden, das man am Anfang nicht war<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Marc Aug\u00e9: Nicht-Orte. Fischer 1994.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Michel Foucault: \u00dcberwachen und Strafen. Die Geburt des Gef\u00e4ngnisses. Suhrkamp 1977.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Pierre Bourdieu: Historische und soziale Voraussetzungen des modernen Sports. In: Ders.: Kunst und Kultur. Schriften zur Kultursoziologie 4, UVK 2013, Seite 591-612<br \/>\n<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Paul Veyne: Bergsteigen. Eine b\u00fcrgerliche Leidenschaft. In: Berge, eine unverst\u00e4ndliche Leidenschaft. Buch zur Ausstellung des Alpenverein-Museums in der Hofburg Innsbruck. Folio 2007, Seite 11-32.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Thomas Alkemeyer: Aufrecht und biegsam. Eine politische Geschichte des K\u00f6rperkults. In: Sport Studies. Eine Einf\u00fchrung. Matthias Marschik et al, Facultas 2009, Seite 47-59.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Michel Foucault: Die Sorge um Sich. Sexualit\u00e4t und Wahrheit 3. Suhrkamp 1989.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> You Tube: Chris Sharma \u2013 Dreamcather 5.14d<br \/>\n<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> You Tube: Who Is Chris Sharma?<br \/>\n<a href=\"#_ftnref\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Reinhold Messner: Zur\u00fcck in die Berge. Bergsteigen als Lebensform \u2013 Gedanken und Bilder. Athesia Bozen 1971.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbstgestaltung und Experimentierfreudigkeit im Berg- und Trendsport In: Alpenvereinsjahrbuch BERG 2016. Hg. DAV (M\u00fcnchen), \u00d6AV (Innsbruck), Alpenverein S\u00fcdtirol (Bozen). Michel Foucault, der gro\u00dfe franz\u00f6sische Philosoph (1926-1984), zeigt auf, wie Machtmechanismen in modernen Gesellschaften funktionieren, wie sie am K\u00f6rper andocken, indem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/?page_id=157\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2,"menu_order":1,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/157"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=157"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/157\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":583,"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/157\/revisions\/583"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.waltraudkrainz.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}